Erster Fehler: Viel Hilft viel
Wie auch wir Menschen brauchen Pflanzen von einigen Nährstoffen mehr und von anderen wiederum weniger. Sobald ein Nährstoff komplett fehlt oder zuviel vorhanden ist, werden wir und die Pflanzen krank. Bittersalz enthält zum Beispiel viel Magnesium. Magnesium ist aber in den meisten Böden in ausreichender Menge vorhanden. Bei einer gAbe von Bittersalz wird also die ausreichende Menge erhöht und die Pflanze nimmt zuviel Magnesium auf. Dazu ist Magnesium ein Konkurrent zu Kalium, das heißt bei zuviel Magnesium kann Kalium nicht mehr aufgenommen werden. Bei einer Gabe von zuviel Nährstoffen kann die Pflanze nicht mehr gesund weiter wachsen, der Salzgehalt im Boden wird zu hoch und die Nährstoffe legen sich gegenseitig fest.


zweiter Fehler: nur ein Nährstoff
Besonders gut beschrieben ist das Verhältnis der Nährstoffe durch das Minimungesetz von Justus von Liebig.  Das Pflanzenwachstum richtet sich nach dem Stoff der am wenigsten im Boden vorhanden ist. Angenommen alle Nährstoffe sind im Boden vorhanden außer Stickstoff, dann wird die Pflanze erst weiter wachsen wenn Stickstoff gegeben wurde. Wer einige Grundregeln bei der Düngung beachtet, wird viele Fehler und Schäden auf Dauer vermeiden können.


dritter Fehler: der pH-Wert im Boden
Es gibt Pflanzen, die einen sehr hohen oder auch einen sehr niedrigen pH-Wert benötigen. Der pH-Wert bestimmt auch die Verfügbarkeit von Nährstoffen und in welcher Form sie vorliegen. Zum Beispiel haben Rhododendron häufig Eisenmagel obwohl genug Eisen im Boden ist. In allen diesen Fällen ist der pH-Wert des Bodens zu hoch. Eisen kann von Rhododendron nur aufgenommen werden wenn es als Chelate vorliegt, dazu muss der pH-Wert im Boden niedrig sein.


vierter Fehler: Nein, wir haben noch nie gedüngt
Pflanzen haben auch Hunger. Sie benötigen die Nährstoffe über das Jahr für viele verschiedene Aufgaben wie wachsen, Fruchtproduktion bei Obstbäumen, Blütenproduktion, dem neuen Austrieb und zum Schutz vor Stressfaktoren wie Krankheiten und Schädlinge. Eine optimal ernährte Pflanze wird sich besser gegen Krankheiten und andere Stressfaktoren wehren können, als wenn Nährstoffe fehlen. Bei vielen Pflanzen würde bereits die Gabe einer sogenannten Erhaltungsdüngung sehr viel helfen. Dafür wird einmal im Jahr (am besten im März, je nach Witterung) ein guter Volldünger mit allen (!) Nährstoffen gegeben.


fünfter Fehler: fehlende Bodenanalyse
Die Erfahrung zeigt in vielen Fällen sind zu viele Nährstoffe im Boden. Bei einer Düngegabe wird dieser Gehalt noch weiter erhöht. Besonders bei der Anlage oder Neugestaltung eines Gartens kann viel Ärger erspart werden. In unserem Betrieb bieten wir die Durchführung von Bodenproben zum Selbstkostenpreis (ca. 10 Euro/ Stand 2008) an. Die Bodenprobe wird an ein Labor weitergegeben und auf die Hauptnährstoffe N, P, K,  und auch der pH-Wert des Bodens untersucht. Mit diesen Werten können wir ihnen gerne weitere Empfehlungen zu ihrer Düngen geben. Eine Bodenuntersuchung sollte alle 4-5 Jahre wiederholt werden, damit sich keine zu hohen oder zu niedrigen Werte einstellen. Die Düngebilanz und der pH-Wert können durch Einflüsse von Wetter und Klima entgegen der Berechnung beeinflußt werden. Somit können auch der Boden und die Umwelt vor schädlichen Anlagerungen und Auswaschungen bewahrt werden.


sechster Fehler: Nicht beachten der zwei Wachstumsphasen
Mitteleuropäische Pflanzen haben zumeist zwei große Wachstumsphasen im Jahr. Für diese Phasen werden ausreichend Nährstoffe benötigt, damit die Pflanze richtig wachsen kann. Optimal ist hier die Gabe von Langzeitdüngern. Ab März setzt durch die Erwärmung des Boden das Wurzelwachstum ein, Anfang Mai beginnt der Maitrieb. Deshalb sollte die erste Gabe eines Langzeitdüngers Mitte März erfolgen. Anfang Juni kühlt unser Wetter mehr oder weniger erstmal ab (sog. Schafkälte), ab Mitte Juni kommt eine Periode von Wärme. Zu diesem Zeitpunkt gehen die Pflanzen wieder in den Trieb (Johannistrieb) und brauchen die zweite Gabe des Langzeitdüngers. Der Dünger endet dann ca Mitte September und die Pflanzen haben noch genug Zeit auszureifen.